Demokratie braucht freie Menschen. Freiheit ist kein politisches Ziel, sie ist eine individuelle Entscheidung.
Provokante Thesen zur Freiheit und wie ich zu ihnen kam.
Meine Thesen
Jeder wird frei geboren.
Ich gebe gleich zu Beginn der Erläuterungen zu dieser These zu, dass sie besonders schwer zu verteidigen ist. Sind Neugeborene nicht völlig uneigenständig, angewiesen auf die Menschen ihres direkten sozialen Umfeldes, insbesondere auf ihre Eltern? Welcher Art kann diese Freiheit überhaupt sein? Worin besteht sie?
Nun, abgesehen von ihrer Hilflosigkeit und von erblichen Anlagen, die später entwickelt werden, überwunden werden oder auch verkümmern können, sind Neugeborene eines mit Sicherheit: Vorurteilsfrei.
Dies ist vermutlich eine der wichtigsten Freiheiten überhaupt, ist es doch die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass Freiheit denkbar ist, denn allgemeine Freiheit unter Erwachsenen erfordert, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Wir sehen heute Vorurteile vorwiegend aus nur einer Sicht, dass Menschen, die von Vorurteilen betroffen sind, negativ gesehen werden. Es gibt aber genauso Vorurteile, die dazu führen, andere zu positiv zu sehen, gar als überlegen. Und wenn dies in der Sicht mündet, dass einige in allen oder in besonders wesentlichen Punkten überlegen sind, führt dies in vielen Fällen zu einer Unterordnung unter diese Menschen. Es gibt keine Führer, wenn niemand sich führen lässt.
So bringen Neugeborene zumindest die besten Voraussetzungen dafür mit, die Welt mit einer vorurteilsfreien Sicht zu betrachten und sich vorurteilsfrei mit all dem zu befassen, was es zu sehen, zu verstehen und zu begreifen gibt.
Da Neugeborene sehr schnell lernen, hängt es vor allem von ihrem direkten sozialen Umfeld ab, wie lange diese Voraussetzung erhalten bleibt, und wie viel davon. Wird das Kind unterstützt und begleitet in seiner Entwicklung, oder geführt, oder gar gezogen? Wie frei von Vorurteilen sind die Eltern? Welche Selbstsicht haben die Eltern? Begegnen die Eltern anderen auf Augenhöhe, oder schauen sie vorwiegend auf, oder herab?
Ohne Zweifel lernen Kinder von ihren Eltern. Und dies betrifft auch Unterwürfigkeit und Überheblichkeit, und auch in welche Richtung diese jeweils gelebt werden. Die Sicht des Kindes, wo es steht im gesellschaftlichen Rang gegenüber anderen sozialen Gruppen, wird erlernt, und ist nicht im Kind von Geburt an angelegt.
Darum, so meine These, wird jeder frei geboren.
Demokratie braucht freie Menschen.
Oh je. Darf ich die These zurück ziehen? In meinem Artikel "Warum bzw. wozu bilden wir einen Staat und was folgt daraus?" 1 habe ich verschiedene -archie und -kratie-Begriffe mit deren Wortbedeutung aufgeführt und dabei festgestellt, dass es die -archie-Begriffe sind, welche Staatsformen beschreiben, da diese Wörter thematisieren, wer "führt" bzw. "vorangeht".
Unser heutiges Verständnis der Demokratie als eine Staatsform, in dem Gleiche unter Gleichen die Richtung des Staatsschiffes gemeinsam festlegen, wäre von der Wortbedeutung her am Ehesten als Panarchie zu bezeichnen. Da es schlechterdings unmöglich ist, dass alle vorangehen, da dann niemand übrig bliebe den Vorangehenden zu folgen, wäre der Begriff Anarchie vielleicht sogar treffender, aber dieser hat einen so schlechten Leumund, dass ich dies vielleicht gar nicht hätte erwähnen sollen.
Natürlich ist unsere heutige praktische Verwirklichung weit vom Ideal einer Panarchie entfernt, wird die Richtungsentscheidung doch lediglich in der Wahl von Parteien auf der Grundlage von deren Parteiprogrammen getroffen, die nach der Wahl keine wesentliche Rolle mehr spielen, so dass es letztlich Oligarchen sind, die Kraft ihres Geldes unser Staatsschiff lenken, also genauer gesagt: Plutokraten. Und einige dieser Plutokraten sitzen nicht einmal mit uns zusammen in diesem Schiff, was den etwas unbekümmerten Kurs erklärt, den dieses nimmt.
Wenn ich diese These nun dennoch verteidige, dann unter dem Vorbehalt, dass unser heutiges Verständnis von Demokratie eigentlich Panarchie zu nennen wäre, und dass ich Demokratie im Rahmen dieser These so verstanden haben möchte.
Ich hätte im Rahmen dieser natürlich auf diese Ausführung verzichten können, da ich hier die Bedeutung nach allgemeinem Verständnis verwende und nicht die Wortbedeutung, aber dies würde mich in Widersprüche verwickeln, würde ich nicht darauf hinweisen.
Also gut, die These: Demokratie braucht freie Menschen.
Darf ich nicht vielleicht doch stattdessen den Begriff Panarchie verwenden? Nein, Sie sind an diesen Begriff nicht gewöhnt, ich weiß. Es fällt mir nur schwer, die falsche Vokabel zu verwenden. Demokratie, wahlweise, wie in unserem Grundgesetz festgestellt, "Die Macht geht vom Volke aus" oder "Kraft des Volkes", trifft letztlich auf alle Staaten zu. In allen Staaten liegt die Macht letztlich beim Volk, und viele Diktatoren und Monarchen lernten dies zu spät. Und natürlich existiert jeder Staat nur "Kraft des Volkes", denn Staaten bestehen aus ihren Bürgern, ihrer Staatsbürgerschaft.
Ich weiß, es ist zu viel verlangt, diesen zentralen Begriff plötzlich und unvermittelt wörtlich zu verstehen. Ich könnte die beiden Begriffe auch synonym abwechselnd verwenden, damit Sie sich an den neuen Begriff gewöhnen können. Nein?
Damit sich Menschen als Gleiche unter Gleichen versammeln können um gemeinsam die Gemeinschaft betreffende Kursentscheidungen zu treffen, ist es wichtig, dass jeder jedem auf Augenhöhe begegnet. Dies erfordert die bereits erwähnte Vorurteilsfreiheit zum Gegenüber und zu sich selbst. Die Vorurteilsfreiheit wird auch gegenüber dem jeweiligen Thema benötigt, welches nur von denen verstanden werden kann, welche bereit sind, dieses aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, also probeweise den Standpunkt zu wechseln, um ein möglichst vollständiges Bild von dem Thema zu erhalten.
Es erfordert einen freien Diskurs, der nur möglich ist, wenn Menschen sich von propagandistischen Ideen und Bildern befreien, die sie in ihrer freien Meinungsbildung behindern, so dass sie ihren tatsächlich eigenen Beitrag zu diesem Diskurs leisten können.
Und Propaganda begegnet uns heute überall, im Internet durch Bots und Influenzer, in Nachrichten durch die Nachrichtensprecher, die im Sinne ihres Brötchengebers die Berichte auswählen und färben, in Zeitungen durch Journalisten, die das Gleiche machen. Und auch durch freie Medien, welche die Kleinstspenden ihrer Konsumenten nur dann weiter erwarten dürfen, wenn sie sich bei den Themen und deren Färbung von den großen oligarchischen Medienhäusern absetzen, propagieren durch ihre Auswahl und Färbung bestimmte Themen und Ziele. Die besseren unter ihnen verweisen immerhin auf ihre Primärquellen, so dass die Recherche verschiedener Perspektiven dem Konsumenten zumindest nahegelegt wird. Ja, Propaganda begegnet uns sogar in anscheinend unterhaltsamen Filmen und wissenschaftlich auftretenden Artikeln.
Ein freier Diskurs erfordert, dass sich die Teilnehmer von der Propaganda befreien, sie diese also sehr bewusst und in selbstdenkverträglicher Menge konsumieren - oder besser - verarbeiten.
Die freie Wahlmöglichkeit der Informationsquellen ist dabei ebenfalls wichtig, was die Einschränkung des Zugriffs auf verschiedene Quellen durch Beschluss staatlicher Organe äußerst bedenklich macht, auch wenn diese bisher nur bedingt durchsetzbar sind.
Im freien Diskurs ist natürlich auch die freie Äußerung der eigenen Meinung wichtig, und auch hier können andere nur versuchen, diese einzuschränken, diese freie Entscheidung liegt letztlich beim Einzelnen. Da eines der Mittel zur Einschränkung die Lächerlichkeit ist, Menschen werden zu Schwurblern und Verschwörungstheoretikern erklärt, als Nazis tituliert oder gar für unzurechnungsfähig erklärt, ist Freiheit natürlich auch eine Frage des Mutes. Auch an den Gedanken, dass einem das Konto gekündigt werden könnte, wenn man seine Freiheit ausübt und ein paar wahre Sätze sagt, muss man sich erst einmal gewöhnen.
Aber ohne die Freiheit der Meinung, die explizit die freie Wahl der Informationsquellen beinhaltet, so hat auch das Verfassungsgericht bereits nachdrücklich festgestellt, ist Demokratie nicht möglich. Unabhängig von den möglichen negativen Folgen für das eigene Leben ist es letztlich die Entscheidung eines jeden Einzelnen, ein freier Mensch zu sein und die Freiheit zu leben, die eine Demokratie braucht.
Und je weniger von den Einen sich dafür entscheiden, um so mehr Mut erfordert diese Entscheidung von den Anderen.
Wer Demokratie will, sollte sich befreien.
Ich befürchte, ich habe diese These zusammen mit der vorhergehenden bereits verteidigt. Sie entscheiden sich, frei zu denken und zu handeln, oder anderen in deren Gedankengängen schlicht zu folgen und auf eigene Recherche und eigenes Denken zu verzichten.
Und dies muss nicht absolut entweder oder sein, sondern es kann bei verschiedenen Themen unterschiedlich sein. Aber wer sich daran gewöhnt, sich von seinen Vorurteilen und Ängsten und der allgegenwärtigen Propaganda zu befreien, wird zwangsläufig diese Freiheit bei mehr und mehr Themen suchen.
Und das, was wir Demokratie nennen, kann nur funktionieren, wenn eine Mehrheit der Staatsbürgerschaft sich dies angewöhnt.
Als Motivation will ich Ihnen kurz etwas Lustiges zum Begriff Erfolg erzählen. Der Teil "folg" in diesem Wort kommt, leicht zu erraten, von "folgen". Sollten Sie nun denken, dass dies bedeutet, dass Sie nur "folgen" müssen, um zu Erfolg zu gelangen, dann haben Sie völlig unrecht. Die Vorsilbe "Er-" deutet nämlich auf eine abgeschlossene Handlung hin. Wenn Sie also mit dem Folgen abgeschlossen haben, dann sind Sie erfolgreich.
Um aus meinem Leben zu erzählen, auch wenn es Sie vielleicht nicht interessiert: Mein Englisch in der Schule verdiente die schlechten Noten, die ich bekam, daran änderte auch das Interesse, mit dem ich dem Unterricht folgte, nichts. Auch die Zeitschrift "Follow Me", welche meine Eltern für mich abonnierten, half da nicht weiter. Erst nach der Schule, als ich meinen eignen Weg in die englische Sprache wählte, insbesondere über "Lord of the Rings", gelang es mir, diese fremde Sprache erfolgreich zu meistern.
Gut, dass ich sie später auch beruflich ständig brauchte, half natürlich ebenfalls weiter. Und den deutschen Akzent werde ich wohl auch kaum los werden. Nichtsdestotrotz kam der Erfolg erst, als ich meinen eigenen Weg des Lernens beschritt.
Folgen Sie nicht anderen! Erkunden und wählen Sie ihren Weg frei, auch und vor allem bei der Meinungsbildung. Die Demokratie braucht ihre Meinung, wenn Sie sich diese frei bilden.
Wer frei sein will, der sollte darauf achten, wovon er sich befreit.
Wir kommen zu dem Auslöser für diese Abhandlung.
Ich höre ab und an gerne Lumumba's Ausführungen zur politischen Vergangenheit, Gegenwart und möglichen Zukunft Afrikas zu. In dem Video "Lumumba's Africa - Election Conflict in Kenya – Is Democracy Fragile" 2 berichtet er gewohnt interessant von der politischen Entwicklung Kenias.
Afrikas kommender wirtschaftlicher und geopolitischer Aufstieg ist aus meiner Sicht sehr wahrscheinlich, und Angesichts des sicheren, ja sorgfältig geplant durchgeführten Abrisses EU-Europas ist es eines der Gebiete der Welt, aus denen neben negativen auch positive Nachrichten zu erwarten sind.
Es ist immer ein Fest dieser Stimme zu lauschen, auch wenn er die nicht unwichtigen Details zu westlicher psychologischer Kriegsführung Mittels sogenannten NGOs, deren Existenz und negative Wirkung er lediglich benennt, nicht durchleuchtet, so ist seine Stimme doch stets eine kräftige, ermutigende, für die Möglichkeit und Notwendigkeit eines selbstbestimmten, freien und prosperierenden Afrikas.
Es ist ein Kontinent, dem es an keinerlei Rohstoffen mangelt, und der, demografisch Jung, von Lebenskraft und Zukunftshoffnung strotzt. Und Lumumba's Stimme hat sicherlich Gewicht in der Frage, welche Richtung Afrika in seiner Zukunft einschlagen wird.
So gerne ich ihm zuhöre, so muss ich dennoch nicht seine Meinung teilen, wenn er in dem verlinkten Video Demokratie als politisches System definiert, an dem die Menschen sich über die Stimmenabgabe an Wahlurnen beteiligen. Das wesentliche Element einer Demokratie, den allgemeinen, durch alle gemeinen Bürger geführten Diskurs gesellschaftlicher Themen, den er mit seinen eigenen Auftritten für sich selbst in Anspruch nimmt, blendet er damit in sträflicher Weise aus.
Und seine geäußerten Hoffnungen in die "Generation Z", die sich als "tribe-less" betrachten würde, Führung brauche und organisiert werden müsse, um die Demokratie in Kenia zu stärken, zu modernisieren und diese zu einem Modell für afrikanische "Governance" zu machen, lässt mich am Ende seiner Ausführungen zusammenzucken.
An diesen Hoffnungen ist alles falsch. Gut, natürlich ist Hoffnung in die "Generation Z" nicht per se falsch.
So schlecht ethnische Separation, Diskriminierung und Grabenkämpfe sind, so sind das Leugnen der eigenen Wurzeln und der ethnischen Gemeinschaft nicht besser. Die letzteren sind essentiell für eine gesunde Gesellschaft, die ersteren sind vermeidbar, wenn Menschen lernen einander als ebenbürtig zu betrachten und auf Augenhöhe miteinander umzugehen.
Eine Organisation unter einer Führung, die er als wesentlich betrachtet, um in Kenia ein Modell für demokratische Staats-"Governance" zu schaffen, schafft genau dies: Eine folgsame Mehrheit unter einer Gouvernante. Oder etwas deutscher formuliert: Eine Gefolgschaft hinter einem Führer.
Dies ist die Antithese einer demokratischen Gemeinschaft, die, zugegeben, chaotischer ist und sein muss, weil sie nicht mit einer Stimme, sondern mit vielen spricht.
Wer frei sein will sollte darauf achten, wovon er sich befreit. Befreit er sich von seinem sozialen Umfeld, geprägt durch Familie. Großfamilie und Nation (im Wortsinne "Gemeinschaft, in die jemand hineingeboren wurde"), sowie den Menschen, die zu Freunden wurden, oder befreit er sich von Vorurteilen, Fremdbestimmung und Führung, und sucht seinen eigenen Weg in der kritischen Auseinandersetzung mit allen und allem, welche und welches ihm während seines Lebenslaufes begegnen?
Ich weiß, dass junge Menschen ihre Freiheit überall anders suchen, nur nicht in der Gemeinschaft ihrer Herkunft. Überwog in ihrem jungen Leben die Unterstützung durch ihr Umfeld, oder die Führung durch Eltern und Lehrer? Müssen also jene, welche ausziehen die Freiheit zu suchen, diese nicht eigentlich besser lernen als suchen? Und wie sollen sie diese lernen, in einer Organisation die einer Führung folgt?
Kurz gesagt, Lumumba folgt mit seinem Optimismus dem "westlichen" Modell des entwurzelten Menschen, der sich dank fehlender weiterer starker Bindungen leichter politischen Organisationen, genauer gesagt deren Führung, unterordnet, anstatt verwurzelt im Grund seiner Herkunft zu einer kräftigen und unbeugsamen Eigenständigkeit heran zu wachsen.
Und dieses "westliche" Modell macht es erst möglich, dass EU-Europa gerade, ganz im Sinne des 2020 angekündigten "Great Reset", wirtschaftlich, freiheitlich und kulturell abgerissen wird, da noch immer eine schwindende Mehrheit den führenden "Abrissbirnen" folgt.
Darum sehe ich in dem so optimistisch formulierten Weg, den Lumumba in seinem politischen Videobeitrag aufzeigt und bewirbt, einen Holzweg, eine Sackgasse, an dessen Ende ein Afrika stehen wird, welches so hoffnungslos wie EU-Europa im Interessengewirr einiger weniger Plutarchen feststecken wird.
Ich wünsche Afrika, dass es seinen eigenen Weg findet, und nicht dem "westlichen" Beispiel folgt.
Die Freiheit kann niemandem gegeben werden.
Da jeder in Freiheit geboren wird, ist diese These im Grunde ein Selbstläufer. Aber natürlich muss ich auf die offensichtliche Frage eingehen: Wenn jemand aus dem Gefängnis entlassen wird, wird ihm damit nicht die Freiheit gegeben?
Dies, so gebe ich offen zu, hängt stark davon ab, was Sie unter Freiheit verstehen.
Meinen Sie die Freiheit, für die Sie notfalls auch Gefängnishaft auf sich nehmen würden, also die Freiheit Ihres Geistes, Ihrer Meinungen und Ihrer Meinungsäußerungen, oder meinen Sie die gemeine körperliche Freiheit?
Ich denke, wenn Sie bis hierher meinen Ausführungen gefolgt sind, dann wissen Sie immerhin welche Freiheit ich meine. Es ist die Freiheit, über welche Sie selbst vollständige Kontrolle erlangen können, indem Sie prüfen, welche Meinungen Sie übernommen und welche Sie sich selbst erarbeitet haben. Es ist die Freiheit, welche Sie erlangen können, wenn Sie aus dem Informationsrauschen aussteigen und Informationen selbst kritisch prüfen. Es ist die Freiheit, welche Sie zu ihrer Geburt mitbekamen und danach vielleicht verlernten.
Die meisten verlernen sie danach, daran trifft Sie keine Schuld, machen Sie sich deswegen keine Gedanken.
Aber so wie Sie diese Freiheit höchstwahrscheinlich irgendwann verlernten, genau so können Sie diese auch wieder lernen, und vielleicht haben Sie dies ja sogar bereits getan.
Und da Lernen stets eine eigenständige Leistung ist, und verlernte Freiheit eben neu gelernt werden muss, kann Ihnen niemand die Freiheit geben.
Die Freiheit kann niemandem genommen werden.
Wurde nicht genau dies im Rahmen der militärischen Operation COVID-19 getan? Wurden Menschen nicht in ihre eigenen 4 Wände eingesperrt? Wurden sie nicht gezwungen Masken zu tragen?
Und waren andere Menschen nicht sogar noch weitgehender betroffen?
Verloren nicht viele Menschen ihre Arbeit, wenn sie sich nicht spritzen ließen? Gehen nicht heute noch Ärzte ins Gefängnis, weil sie in Attesten eine Kontraindikation zur Maskennutzung beurkundeten? Atteste, die entgegen langjähriger und auch neuester Forschungsergebnisse, als falsch bewertet werden, obwohl sie völlig korrekt sind, da die fehlende Evidenz einer positiven Wirkung als Kontraindikation völlig ausreicht?
Nun, diese Menschen haben gelernt frei zu sein und gingen und gehen für diese Freiheit ins Gefängnis. Sie haben entgegen medialer Beschallung die Datenlage geprüft und ihre eigenen, korrekten Schlussfolgerungen aus dieser gezogen. Sie haben die Freiheit der eigenen Meinung ausgeübt und die Verabreichung der Spritzen verweigert oder, im Fall der Ärzte, korrekte Atteste ausgestellt. Sie haben dafür ihre Arbeit verloren und sind teilweise dafür ins Gefängnis gegangen und manchen droht dieser Weg noch immer.
Haben sie deshalb ihre Freiheit verloren? Oder haben sie, im Gegenteil, gelernt ihre Freiheit zu leben und auch unter großem Druck und sogar im Gefängnis zu behaupten?
Ich will den Wert körperlicher Freiheit hier nicht klein reden, ich will nur die Frage in den Raum stellen, welche Freiheit wichtiger ist. Ist Freiheit, die gewährt wird, wirklich Freiheit? Oder ist es die erlernte Freiheit, die uns auch lehrt, die anderen Freiheiten zu verteidigen? Wenn auch mit ungewissem Ergebnis, versteht sich.
Ich beantworte letztere Frage klar mit ja. Es ist die erlernte Freiheit, welche uns lehrt, die anderen Freiheiten zu verteidigen. Und nur dies macht diese anderen Freiheiten zu echten Freiheiten, da sie uns auf diesem Weg nicht gewährt werden, sondern wir sie uns beständig neu erkämpfen.
Organisationen für den Kampf um Freiheit sind widersinnig.
Ich habe dies bereits vorher ausgeführt. Organisationen dienen dazu, die Macht, oder nennen Sie es Kraft, der darin organisierten Menschen hinter einem Ziel, einem Willen, einem die Organisation führenden Menschen zu bündeln. Das ist tatsächlich demokratisch im Wortsinne, aber nicht im Allgemeinverständnis, dass in einer demokratischen Gesellschaft alle über die gemeinsame Richtung mit entscheiden, mit einem Allgemeinen und vor allem Offenen und Gleichen Diskurs über diese Richtungsentscheidung.
Das spiegelt sich tatsächlich in der Wortbedeutung von "Organisation" sehr schön wider. Der Begriff "Organ" steht auch für "Musikinstrument" und sinnigerweise auch für das "Sprachwerkzeug" oder gar für die "Stimme". Kein Wunder also, wenn die Führungen einiger Organisationen deren Arbeit, den eigenen Aussagen zufolge, orchestrieren. Und so ist es auch kein Wunder, dass abweichende und selbstdenkende Stimmen in diesem Orchester stören und unerwünscht sind.
Und darum sind Organisationen ganz sicher keine Gemeinschaft Gleicher unter Gleichen, in denen Menschen einander auf Augenhöhe begegnen. Und dies, so habe ich bereits in der Ausführung zu meiner ersten These klargestellt, ist unabdingbare Voraussetzung für die Gestaltung einer demokratischen (genauer: panarchischen) Gesellschaft.
Und da Organisationen, wenn sie einmal geschaffen wurden, zum Selbsterhalt neigen, sind Organisationen für den Kampf um Freiheit widersinnig, da sich die Freiheitsuchenden dieser Organisation unterordnen, womit sie sich von ihrem Ziel entfernen, statt sich diesem zu nähern. Gelingt der Organisation der Weg an die politische Entscheidungsgewalt, dann funktioniert sie bereits nach den Grundsätzen ihrer Vorgängerin.
Darum kann ich hier nur noch einmal betonen: Es ist wichtig, dass jeder versteht, dass Freiheit erlernt werden kann. Und wenn eine Mehrheit unserer Gesellschaft dies getan hat und dies auch neuen Generationen weiter vermittelt, kann der Kampf um die sekundären Freiheiten dauerhaft gewonnen werden, in jeder Generation aufs neue.
Freiheit ist kein politisches Ziel, sie ist eine individuelle Entscheidung.
Wie kann es sein, dass Freiheit kein politisches Ziel ist? Wollen wir nicht alle in einer freien Gesellschaft leben?
Ja, sicherlich wollen wir alle in einer freien Gesellschaft leben. Dennoch akzeptieren viele schweigend, dass einige in unserer Gesellschaft etwas freier sind als andere. Dass es einige gibt, welche die Freiheit haben, den moralischen Zeigefinger zu erheben und uns Vorwürfe zu machen, wenn wir unsere Sprache nicht mit Gendern verunstalten, um nur ein Beispiel zu nennen.
Oder doch noch ein Beispiel: Dass es Menschen gibt, die entscheiden, dass wir alle Masken zu tragen und Mindestabstände einzuhalten haben, aber dann in einem Flieger sich ungestraft die Freiheit nehmen, diese selbst gesetzten Regeln zu ignorieren.
Kurz: Wir leben eben nicht als Gleiche unter Gleichen in dieser unserer Gesellschaft. Das ist ein Faktum, es gibt einige, die sind gleicher.
Wie kann dies sein, wenn wir alle in einer freien Gesellschaft leben wollen? Sie kennen die Antwort bereits: Es gibt nicht genug von uns, die gelernt haben frei zu sein. Gäbe es genug, würde unsere Gesellschaft es nicht dulden, dass sich diese Ungleichheit so zeigt.
Wenn Sie als Gleicher unter Gleichen leben möchten, dann müssen Sie dies vor allem tun! Und der wesentlichste Schritt in diese Richtung ist, weder zu den Einen auf- noch auf die Anderen herabzuschauen. Begegnen Sie ihren Mitmenschen auf Augenhöhe, egal wen Sie treffen. Messen Sie die Taten mit stets den gleichen Messlatten. Übernehmen Sie Meinungen nicht wegen der angeblichen Mehrheit, welche diese vertritt, und auch nicht wegen Sympathie oder Antipathie. Machen Sie sich Meinungen durch sorgfältige Prüfung zu eigen und scheuen Sie nicht vor wiederholter Prüfung zurück. Nur so gewinnen Sie einen stabilen Standpunkt im Diskurs und können eine eigenständige Stimme zur Frage der gesellschaftlichen Kurswahl beitragen. Und wenn es nur die richtigen Fragen sein sollten, die Sie der Allgemeinheit stellen, dann ist Ihnen bereits ein riesiger Dienst an der Gesellschaft gelungen.
Dies ist eine Entscheidung, die Sie treffen können. Sie können Sie allerdings nicht für andere treffen. Jeder muss sich selbst dafür entscheiden frei zu sein, und damit zu einer freien Gesellschaft beizutragen.
Darum ist Freiheit kein politisches Ziel, sondern eine individuelle Entscheidung.
Schlussbemerkungen
Vermutlich fragen Sie sich nun, wie eine freie Gesellschaft meiner Meinung nach funktionieren soll, wenn ich jeglicher Organisation attestiere, die Antithese von Freiheit zu manifestieren.
Ja, ich habe sogar behauptet, dass der Begriff Anarchie genauer das trifft, was wir unter Demokratie verstehen, nämlich eine Gesellschaft, in der alle gleichermaßen über die gemeinschaftlichen Weichenstellungen mit entscheiden.
Ich bin in dieser Hinsicht mehr als eine Antwort auf Ihre sicherlich vorhanden Fragen schuldig geblieben.
Menschen, zumindest fast alle, sind soziale Wesen, welche automatisch zu Gemeinschaften zusammen finden. Das gehört zu unserer Natur und das führt letztlich automatisch zu Staatsbildungen. Früher waren dies Stadt-Staaten, heute machen wir es etwas größer, aber im Grundsatz handelt es sich eben um das, was Menschen machen.
Der Staat, bestehend aus der Staatsbürgerschaft, muss aus freien und gleichen Bürgern bestehen, um sich freiheitlich und demokratisch nennen zu können. Es besteht kein Zweifel, dass es in jeder Gemeinschaft zu einer Art Selbstorganisation kommt, dessen Ergebnis ganz klar vom Selbstverständnis der Menschen geprägt ist, welche den Staat bilden.
Mein Selbstverständnis ist ja nun das Freier und Gleicher unter Gleichen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass sich nicht ein Teil dieser freien und gleichen Bürger bereit erklären kann, in Ämtern dieses Staates zu dienen. Und natürlich macht es Sinn, diesen Ämtern eine Struktur zu geben, um die Erbringung der Dienste zu ordnen.
Und Amt ist ein Synonym für Dienst. Alle Ämter in allen Organen des Staates dienen dem Staat, also der Staatsbürgerschaft, den Menschen, welche den Staat bilden. Den Dienst am Staat aufzunehmen ist freiwillig, auch wenn gerade gedroht wird uns zwangsweise an die Front gegen Russland zu schicken, was wohl eher kein Dienst mehr ist, sondern eine Zumutung, da es dafür keine vernünftigen Gründe gibt.
Wer also im Dienste des Staates arbeitet, der hat sich beruflich der Staatsbürgerschaft untergeordnet. Privat sollten wir auch diesen Menschen natürlich weiterhin auf Augenhöhe begegnen, das ist selbstverständlich, aber während des Dienstes haben sie sich ihren Mitbürgern unterstellt, um diesen zu dienen. Die Bereitschaft zu dienen sollte bereits auf die Achtung der Allgemeinheit treffen, und noch viel mehr natürlich, wenn gute Dienste vollbracht werden. Dennoch, und dies dürfen wir keinesfalls vergessen, ist die Staatsdienerschaft, während der Dienstzeit, in einer der Staatsbürgerschaft untergeordneten Stellung.
Nun haben wir heute die Situation, auf einen Haushalt übertragen, dass diese Dienerschaft die Vorratskammern plündert und ihren Herrschaften nur noch Reste vorsetzt und ihr auf der Nase herum tanzt. Dies ist nur möglich, weil wir uns nicht von der archaischen Vorstellung befreit haben, dass es sich bei diesen Ämtern um Führungsämter des Staates handeln würde.
Doch was ist ein Führungsamt anderes, als das Amt eines Oberdieners, der im Rahmen seines Dienstes untergebene Diener führt? Dennoch bleibt der Oberdiener ein Diener und wird, zumindest während der Dienstzeit, nicht selbst zum Herrn.
Führungsämter des Staates gibt es daher gar nicht, es handelt sich um Führungsämter der Staatsdienerschaft.
Und ganz sicher müssen wir uns langfristig überlegen, welche Entscheidungsgewalt wir unseren Diensten überlassen, und was wir lieber selbst entscheiden. Soll die Dienerschaft entscheiden, wann sie uns den Tee serviert und wie viel und welchen Kuchen es zu essen gibt? Und soll die Dienerschaft diese Entscheidung gar an irgend jemanden außerhalb des Hauses delegieren können?
Sich für die Freiheit zu entscheiden und diese wieder zu erlernen, bedeutet auch das Selbstentscheiden wieder zu übernehmen und Fehlentwicklungen wie diese zu korrigieren. Und ich denke, dies erklärt auch, warum ich die Selbstorganisation eines Staates, mit Staatsorganen und deren Ämtern, mit einer freien und demokratischen Gesellschaft vereinbaren kann.
Privat ist Privat und Dienst ist Dienst. Wer sich um des Dienstes willen für den Dienst am Staat entscheidet, ist dafür zu loben und trotz der freiwilligen Unterordnung zu achten, und als Privatmensch natürlich weiterhin stets auf Augenhöhe zu sehen und zu behandeln.
Um demokratiefeindliche Ambitionen bei Amtsanwärtern für höhere Dienste möglichst wenig Raum zu geben, halte ich es für sinnvoll, diese Ämter per Los und auf beschränkte Zeit zu vergeben, insbesondere bei den parlamentarischen und den Richterämtern, vielleicht aber auch bei Staatsanwaltschaft und Polizei. Sogenannte Karrierewege in diese Ämter sind der Korruption zu zuträglich, um gefahrlos als gut dafür angesehen zu werden. Aber über Korruption wollte ich gesondert schreiben, darum ende ich nun hier.
Vielleicht noch einmal zum Merken: Führungsämter des Staates gibt es nicht, es handelt sich um Führungsämter der Staatsdienerschaft.
Erkenntnisse haben meistens vorläufigen Charakter und sind immer individueller Natur . Sie selbst entscheiden, ob Sie Erkenntnisse anderer als Meinung übernehmen oder ob Sie sich Erkenntnisse selbst erarbeiten. Meine Quellenangaben sollen Ihnen bei letzterem eine Hilfestellung geben, Sie sollten aber immer auch weitere Quellen verwenden.
Glauben Sie nicht, auch nicht mir, sondern prüfen Sie und schlussfolgern Sie selbst.
Fußnoten
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Warum bzw. wozu bilden wir einen Staat und was folgt daraus? ; Frank Siebert; Idee; 2025-10-27 ↑
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Lumumba's Africa - Election Conflict in Kenya – Is Democracy Fragile ; RT; Odysee; 2025-12-11 ↑