Auch
bei Temperaturen gilt: Am Durchschnitt sollte man sich nicht
orientieren
Frank Siebert
Im Durchschnitt wäre die Erde -18°C kalt, wenn es keine
Atmosphäre mit Treibhausgasen gäbe. Diese Aussage steht auf dem
Prüfstand. Stimmen würde die Aussage nur, wenn dann die Erde tatsächlich
überall gleichmäßig -18°C kalt wäre, aber das kann ausgeschlossen
werden.
Hinweis 2023-10-21:
In einer Modellierung eines
Wasser-Planeten ohne Atmosphäre habe ich überprüft, ob sich hierbei
andere Durchschnittstemperaturen ergeben wenn die Temperaturverteilung
berücksichtigt wird. Ich konnte feststellen, dass dies in diesen
einfachen Szenarien nicht der Fall ist. In solchen einfachen Szenarien
kann also die durchschnittlich eingestrahlte Leistung verwendet werden,
um die Durchschnittstemperatur zu ermitteln. Ob dies auch noch der Fall
ist, wenn es um komplexe Körper mit Atmosphäre und Geographie geht, ist
aus meiner Sicht weiter offen.
Korrektur 2023-09-16:
Vervollständigung eines Satzes
im Anhang: Da [...], können [+wir+] [...] [+, einsetzen+].
In diesem Artikel tauchen viele Formeln auf, ich habe diese zum
größten Teil in den Anhang verbannt. Der Anhang enthält außerdem
Quellcode für die selbsterstellten Grafiken, welche in diesem Artikel
vorkommen.
In dem Artikel "Energiewende: Sofort alle Klimamodelle von
(Faktor4*+CO2) auf rein Solar umstellen!"
1
stellt der Autor Uli Weber die Theorie in Frage, dass die Temperatur der
Erde ohne sogenannte Treibhausgase nur -18°C betragen würde.
Wenn sich herausstellt, dass er damit Recht hat, dann bewirken die
sogenannten Treibhausgase in der Atmosphäre wenig bis gar nichts, und
Milliarden von Euro für die Finanzierung der
\(CO_2\)
-Klimaforschung haben einigen
Menschen zwar den Lebensunterhalt gesichert, waren aber für sonst nichts
gut.
Wie kommt Uli Weber darauf? Welche Argumente hat er? Sind diese mit
physikalischen Gesetzen wohlbegründet?
Das zentrale Argument von Uli Weber ist der Hinweis, dass das
Stefan-Boltzman-Gesetz
2
zur Strahlung idealer schwarzer
Körper keine durchschnittliche infrarote Gleichgewichtsstrahlung für
eine durchschnittliche Temperatur eines Körpers ermitteln kann.
Was meint er damit und warum ist das wichtig?
Die letzte Frage zuerst. Die Rechnungen, welche für die Erde eine
durchschnittliche Temperatur von -18°C ermitteln, wenn keine
Treibhausgase wirken würden, beruhen auf der Anwendung des
physikalischen Gesetzes zur Strahlung idealer schwarzer Körper, welches
die Physiker Josef Stefan und Ludwig Boltzmann aufgestellt haben.
Die Formel, welche dieses physikalische Gesetz beschreibt, kann
verwendet werden um die Strahlungsleistung eines warmen Körpers zu
ermitteln. Warm im Sinne dieses Gesetzes sind alle Körper, in denen
Atome noch schwingen, also auch sehr kalte Körper geben noch eine
Wärmestrahlung ab, dann allerdings nur von sehr geringer Leistung.
\(\displaystyle{P=\sigma \times A \times
T^{4}}\)
Die Strahlungsleistung
\(P\)
in Watt
(Einheit
\(W\)
), so sagt das
physikalische Gesetz, hängt proportional von der vierten Potenz der
Temperatur
\(T\)
in Kelvin (Einheit
\(K\)
) des Körpers und seiner
strahlenden Fläche
\(A\)
in
Quadratmetern (Einheit
\(\textstyle{m^2}\)
) ab. Die Konstante
\(\textstyle\sigma\)
(Sigma), die sogenannte
Stefan-Boltzmann-Konstante, sorgt dafür, dass bei der Rechnung auch
tatsächlich Watt heraus kommen.
Der Wert dieser Konstante lässt sich gut merken, merken Sie sich
einfach 5, 6, 7, 8:
Die Erde ist zwar kein idealer schwarzer Körper, und es gibt auch ein
Gesetz für graue Körper, in dem ein Emissionsgrad Klein-Epsilon
\(\textstyle{\epsilon( T )}\)
, der
materialabhängig ist und temperaturabhängig sein kann, eine Rolle
spielt, aber in der Klimaforschung rechnet jeder mit
\(\textstyle{\epsilon = 1}\)
, bzw. die
Forscher ignorieren einfach, dass die Erde nicht schwarz ist. Wenn es
stimmt, das der Emissionsgrad
\(\textstyle{\epsilon}\)
der Erde nur wenig
kleiner ist als 1, dann macht dies keinen großen Unterschied.
Der entscheidende Punkt der Argumentation ist, dass die Temperatur
mit der vierten Potenz in die Strahlungsleistung eingeht, also die
Temperatur vier mal mit sich selbst multipliziert. Und dies in Kelvin,
wo 273,15 Kelvin 0°C entsprechen.
Sind nun verschiedene Flächen eines Körpers unterschiedlich warm,
dann Strahlen sie auch unterschiedliche Leistung als Wärmestrahlung ab.
Da die Temperatur mit der vierten Potenz in die Strahlungsleistung
eingeht, kann man nicht einfach die durchschnittliche Temperatur nehmen
und damit die Gesamtstrahlungsleistung der Gesamtfläche ermitteln,
sondern man muss die Strahlungsleistungen der einzelnen Flächen
ermitteln und dann die Gesamtstrahlungsleistung als Summe der
Strahlungsleistungen berechnen.
Das muss man nicht glauben, man kann es an einem einfachen Beispiel
betrachten und sehen, dass tatsächlich unterschiedliche Ergebnisse
heraus kommen.
Rechenbeispiel
zur Unzulässigkeit der Anwendung der Stefan-Boltzmann-Gleichung auf
Durchschnittstemperaturen
Nehmen wir einen beliebigen schwarzen Körper mit 5 verschiedenen
Teilflächen unterschiedlicher Temperatur.
Fläche Nr.
\(m^2\)
\(K (°C)\)
1
100
293,15 (20)
2
40
271,15 (-2)
3
150
288,15 (15)
4
80
253,15 (-20)
5
50
303,15 (30)
Hier beginnt die erste spannende Frage. Wie soll ich nun die
Durchschnittstemperatur (Klein-Tau mit Überstrich)
\({\bar{\tau}}\)
ermitteln? Ok, ich habe ja
festgelegt, dass die jeweilige Fläche eine einheitliche Temperatur hat,
also ist es natürlich korrekt, die Temperaturen bei der Ermittlung des
Durchschnitts gemäß ihrer Fläche zu gewichten. Die jeweilige Temperatur
wird also mit ihrer Fläche multipliziert, diese Produkte werden
aufaddiert und dann durch die Gesamtfläche geteilt.
Unsere Beispielwerte setzen wir in diese Formel ein, und erhalten als
Durchschnittstemperatur 282,84K (9,69°C), die detaillierte Rechnung
finden Sie im
Anhang A1-1
.
Anmerkung:
Bei den punktuellen Messwerten der Temperatur der Erde ist dies aber
nicht so einfach, eben weil es punktuelle Messwerte sind, und wir in
Wirklichkeit nicht wissen, für welche Fläche dieser Messwert gültig
ist.
Setzen wir die errechnete Durchschnittstemperatur und die
Gesamtfläche in die Stefan-Boltzmann-Gleichung ein, dann erhalten wir
als Wärmestrahlungsleistung 152 kW, die detaillierte Rechnung finden Sie
im
Anhang
A1-2
.
Nun müssen wir eine Gegenrechnung machen, also für jede
Einzeltemperatur jeder Einzelfläche die Strahlungsleistung berechnen und
erst danach diese aufaddieren. Die Gegenrechnung ergibt 155 kW, die
detaillierte Rechnung finden Sie im
Anhang A1-3
.
152 kW ist ganz klar ungleich 155 kW, also ist ein Rechenweg ganz
klar falsch. Da nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz jede Einzelfläche
entsprechend ihrer Temperatur strahlt, ist die zweite Rechnung mit den
155 kW korrekt und die erste Rechnung mit den 152 kW falsch.
Beliebt ist auch die Betrachtung als Leistungsdichte. Um diese zu
erhalten müssen wir die Leistung durch die Fläche teilen: 152 kW / 420
m² ergeben 362 W/m², 155 kW / 420 m² ergeben 369 W/m². Der Unterschied
beträgt immerhin 7 Watt pro Quadratmeter.
In der Klimaforschung wird gerade um jedes einzelne °C gestritten,
und diese 7 Watt pro Quadratmeter würden da nach üblicher Betrachtung
bereits einen großen Unterschied machen.
Das war nun nur ein Beispiel aus der hohlen Hand, welches zeigt, dass
die initiale Aussage von Uli Weber korrekt ist.
Man kann zwar die eingestrahlte Energie der Sonne auf die
Gesamtfläche aufteilen, sich darauf berufen, dass die abgestrahlte
Wärmeenergie genauso groß sein muss, und hieraus die mittlere Temperatur
der Erde berechnen. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass das
Ergebnis einen Fehler unbekannter Größe aufweisen wird.
Auf Rechnungen mit diesem systematischen Fehler beruht die Aussage,
die Erde hätte ohne
\(CO_2\)
die
Temperatur von -18 °C.
Wie eine solche Rechnung genau aussieht, zeigt der Artikel "Solar
Radiation and the Earth's Energy Balance"
3
auf
Columbia.Edu. Sie können sich dort davon überzeugen, dass die -18°C dort
genauso berechnet werden, wie ich es beschrieben habe. Die
Sonneneinstrahlung auf der Tagseite wird rechnerisch auf die gesamte
Erde gleichmäßig verteilt, und da im Gleichgewichtszustand die Erde
genauso viel Energie als Wärmestrahlung abstrahlen muss wie auf sie
einstrahlt, wird hieraus dann über das Stefan-Boltzmann-Gesetz die
Temperatur der Erde ohne Treibhausgaswirkung berechnet.
Auch die Klimamodelle
rechnen falsch
In dem IPCC Dokument "Climate Change 2021 - The Physical Science
Basis" Kapitel "7.2.1 Present-day Energy Budget" Seite 951 des PDF
(Seitennummer 934)
4
findet sich folgende Grafik zum
Energie-Budget.
Bildzitat:
Figure 7.2 aus dem IPCC Dokument "Climate Change 2021 - The
Physical Science Basis" Kapitel "7.2.1 Present-day Energy Budget" Seite 951 des
PDF (Seitennummer 934).
Schematische Darstellung des globalen mittleren Energiehaushalts der Erde
(oberes Bild) und dessen Äquivalent ohne Berücksichtigung von Wolkeneffekten
(unteres Bild). Die Zahlen geben die besten Schätzungen für die Größen der
global gemittelten Energiebilanzkomponenten in W m-2 an, zusammen mit ihren
Unsicherheitsbereichen in Klammern (5-95 % Konfidenzbereich), die
Klimabedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts darstellend. [...] Die Abbildung
wurde aus Wild et al. (2015, 2019) abgeleitet.
Bildzitat Ende
Folgt man den Quellenangaben zu Wild et al. (2015, 2019), ...
Anmerkung:
Sie werden in dem IPCC Dokument nicht so verwöhnt, dass Sie Quellen
einfach per Klick folgen können. Das IPCC möchte offenbar nicht, dass
Sie die Quellen lesen.
Folgt man den Quellenangaben, so lernt man aus der Arbeit von 2015,
"The energy balance over land and oceans: an assessment based on direct
observations and CMIP5 climate models"
5
,
Zitat aus dem Abstrakt (Übersetzt):
Die Energiebudgets über Land und Ozeanen sind trotz ihrer
zentralen Bedeutung für das terrestrische und maritime Klima immer noch
mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Wir bewerten diese Budgets, wie
sie in 43 CMIP5-Klimamodellen dargestellt werden, mit direkten
Beobachtungen sowohl von der Oberfläche als auch aus dem Weltraum und
stellen erhebliche Verzerrungen fest, insbesondere bei den
Oberflächenflüssen der abwärts gerichteten solaren und thermischen
Strahlung. Diese Flussverzerrungen in den verschiedenen Modellen werden
dann linear mit ihren jeweiligen Land- und Ozeanmittelwerten in
Beziehung gesetzt, um die besten Schätzungen für die heutige abwärts
gerichtete Sonnen- und Wärmestrahlung über Land und Ozean abzuleiten.
Über Land, wo die meisten direkten Beobachtungen verfügbar sind, um die
Oberflächenflüsse einzuschränken, erhalten wir 184 bzw. 306 Wm⁻² für die
solare und thermische Abwärtsstrahlung. Über den Ozeanen, wo die
Beobachtungen weniger genau sind, liegen die entsprechenden Schätzungen
bei 185 und 356 Wm⁻². [...].
Zitat Ende
Die Autoren mahnen die Anpassung der Werte der Energieeinstrahlung in
den CMIP5 Klimamodellen entsprechend der neuesten Beobachtungen an. Die
neuen Vorschlagswerte sind leicht erkennbar globale Durchschnittswerte.
Dies bedeutet, diese Klimamodelle verwenden globale Durchschnittswerte
in der Berechnung des Energiegleichgewichts und rechnen daher alle
falsch. Die Arbeit ist dennoch lesenswert und sie enthält viele
Referenzen auf weitere Arbeiten, welche offenbar den gleichen
grundsätzlich falschen Ansatz verfolgen.
An der Höhe der Werte können wir erkennen, es wird mit globalen
Durchschnittswerten der Energieeinstrahlung gearbeitet.
Wir müssen natürlich auch in die neuere Arbeit aus 2019 hinein
schauen. Vielleicht wurde der Fehler ja bereits bemerkt und korrigiert.
Doch auch in dieser Arbeit, "The cloud-free global energy balance and
inferred cloud radiative effects: an assessment based on direct
observations and climate models"
6
, geht es um Klimamodelle
und die Watt-Angaben stellen weiterhin ganz klar globale
Durchschnittswerte dar. Außerdem stellen wir fest, dass Wild et al. 2019
bereits im Jahr 2018 veröffentlicht wurde, aber das ist nur eine
Randnotiz, damit Sie nicht unnötig verwirrt werden. Wie gesagt, ich bin
der Quellenangabe die IPCC gefolgt, wir sind hier richtig bei Wild et
al. 2019.
Wir wissen nun immerhin, dass die Klimamodelle falsch rechnen, und
wir können mit dem Finger auf den Fehler zeigen und auch nachweisen, das
es ein Fehler ist.
Berechnung
der Tages-Erdtemperaturen mit dem Stefan-Boltzmann-Gesetz in 1°
Schritten vom Azimut
Nach der Methode von Uli Weber
Ich halte hier an dieser Stelle noch einmal fest, dass Uli Weber in
dieser Hinsicht recht hat. Unsere Beispielrechnung hat gezeigt, dass
Temperaturunterschiede auf der betrachteten Erdkugel bei der Anwendung
von Stefan-Boltzmann nicht ignoriert werden dürfen. Anders herum dürfen
natürlich Unterschiede der solaren Energieeinstrahlung bei der Anwendung
von Stefan-Boltzmann zur Ermittlung der Temperaturen ebenfalls nicht
ignoriert werden.
Die Klimamodelle ignorieren dies dennoch. Zwar variieren diese die
Einstrahlung je nach dem, ob es sich um Ozean oder Land handelt,
verwenden aber als Basis dieser Variation eine
Strahlungsleistungsdichte, welche auf einer gleichmäßigen Aufteilung der
Strahlungsleistung auf die gesamte Kugeloberfläche der Erde beruht.
Uli Weber tritt an, es besser zu machen, und wir sehen uns hier
seinen Ansatz hierfür an.
In diesem Ansatz gibt es eine Kugelförmige Erde, und irgendwo auf
dieser Erde steht die Sonne gerade im Zenit, auch Scheitelpunkt oder
Azimut genannt. Uli Weber legt diesen Punkt an den Äquator, aber im
Grunde ist dies für die Berechnung egal, wir können uns auch für den
Brunnen in Syene, Ägypten, entscheiden, den Eratosthenes um das Jahr 240
vor Christus für die Berechnung des Erdumfanges verwendete
7
.
Wichtig ist, dass es zu jeder Zeit irgend einen Punkt auf der Erde gibt,
in dem die Sonne im Zenit steht.
Auf diesen Punkt der Erde strahlt dann die Sonne mit der höchsten
Energiedichte ein. Von diesem Punkt ausgehend wird die Energiedichte
immer kleiner, bis sie dort, wo die Tag-Nacht-Grenze liegt, schließlich
0 wird.
Betrachten wir die Erde in dieser Weise, also als Kugel, dann
verändert dies die Berechnung des Strahlungsgleichgewichtes erheblich.
Denn das Strahlungsgleichgewicht verlangt, dass die jeweils
unterschiedlich bestrahlten Flächen jeweils für sich die für das
Gleichgewicht erforderliche Temperatur erreichen.
Da sich die Erde dreht und eine Atmosphäre hat, verteilen sich die
Temperaturen glücklicherweise, aber im ersten Ansatz ist das zu
kompliziert. Der Ansatz von Uli Weber hält also die Erde zunächst einmal
an, um die dann entstehenden Temperaturen zu ermitteln und hieraus eine
Durchschnittstemperatur für die Erde zu ermitteln.
Es ist klar, dass dieses Ergebnis nicht das letzte Wort ist. Es muss
ein falsches Ergebnis dabei heraus kommen. Wenn es aber nur ein erster
Schritt zu einer Lösung ist, und solange wir nicht behaupten, diese
Zwischenlösung sei das Endergebnis, dann spricht gar nichts dagegen, so
vor zu gehen.
Für die Berechnung nach Stefan-Boltzmann müssen wir daher die
Oberfläche der Erde, ausgehend vom Scheitelpunkt, in schmale
konzentrische Kreisflächen aufteilen, in welche jeweils die gleiche
Energie einfällt.
Aus den so ermittelten Gleichgewichtstemperaturen dieser Kreisflächen
kann dann auf dem gleichen Weg wie in dem vorherigen Beispiel eine
durchschnittliche Erdtemperatur für die Tagesseite ermittelt werden.
Später muss dieses Modell natürlich erweitert werden, um die
Erdrotation und den Wärmeenergietransport in der Atmosphäre und den
Meeren mit einzubeziehen und auch deren Speicherkapazität sowie deren
Lade- und Entladekurven. Und das ist vermutlich nicht alles, aber dies
ist heute alles kein Thema.
Stellt sich bei dieser Berechnung heraus, dass die
Gleichgewichts-Durchschnittstemperatur der Erd-Tagesseite bei +15°C oder
gar +17°C liegt, dann würde dies zeigen, dass die sogenannten Klima-Gase
nicht unbedingt benötigt werden, um unser Klima zu erklären. Unter
Einbeziehung von Land und vor allem Wasser für Wärmespeicherung und
-transport könnte dies reichen, um die Erdtemperaturen ohne
Treibhausgaseffekt zu erklären. Aber das wäre dann immer noch
nachzuweisen, und soweit führt uns dieser Artikel heute nicht.
Zurück zu dem Artikel von Uli Weber.
Eigentlich sind es mehrere Artikel, und im Ganzen etwas
unübersichtlich. Eine Berechnung, nein, mehrere Berechnungen des
Strahlungsgleichgewichts der Tagesseite finden sich in dem Artikel
"Anmerkungen zur hemisphärischen Mittelwertbildung mit dem
Stefan-Boltzmann-Gesetz"
8
. Dass der Artikel ebenfalls von Ulf
Weber ist, erfährt man aber nur über den Link aus dem ersten Artikel,
der zeitlich später geschrieben wurde.
Der Artikel ist auf Deutsch geschrieben, darum will ich es hier kurz
halten. Der Autor startet die Berechnung ausgehend vom Zenit der Sonne
in konzentrischen Ringflächen von 1° Winkelbreite bis zum Rand der
beleuchteten Erdseite. Der Winkelursprung liegt natürlich im
Erdmittelpunkt. In der Draufsicht werden diese Ringflächen nach Außen
immer enger und erhalten entsprechend weniger Energie durch die
Sonnenstrahlen.
In seiner Formel hat der Autor hierfür die Kosinus-Funktion
verwendet, was natürlich völlig korrekt ist. In der Formel, die der
Autor aufstellt, irritiert ein Zeichen etwas, das wie ein umgekehrtes
Fragezeichen aussieht. Aber egal, wir können ja die Formel selbst
aufstellen und dann nachschauen, was mit dem umgekehrten Fragezeichen
gemeint ist.
Der Ausgangspunkt ist wie immer, wenn es um das
Strahlungsgleichgewicht geht, dass die Einstrahlung der Sonnenenergie
gleich der Wärmestrahlungsenergie sein muss. Darum heißt es
Strahlungsgleichgewicht. Lässt sich aus der Temperatur eines Körpers die
Wärmestrahlung errechnen, dann können wir durch Umstellung der Formel
auch aus der eingestrahlten Energie die Temperatur ermitteln.
Bei dieser Rechnung ist immer jedem klar, zumindest hoffe ich dies,
dass bei der Erde der Fall des Strahlungsgleichgewichtes eine Ausnahme
ist. Energiespeicherung und Energietransport spielen eine große Rolle
auf unserem Planeten und für den Speichervorgang braucht es ein
Ungleichgewicht, genauso wenn später Energie aus einem Speicher
entnommen wird. Im Großen und Ganzen muss die Erde genauso viel Energie
abstrahlen, wie die Sonne einstrahlt, aber im Kleinen sind es die
Energieungleichgewichte, welche unsere Biosphäre antreiben und das Leben
auf der Erde ermöglichen.
Jetzt aber rechnen wir mit der Gleichgewichtsbedingung nach
Stefan-Boltzman, welche wir bereits kennen. Diese muss nach der
Temperatur umgestellt werden, und ein Winkelabhängiger Faktor und ein
Faktor für die Albedo müssen eingefügt werden. Die Herleitung finden Sie
in
Anhang
A2-1
.
Statt der Leistung
\(P_S\)
und der
Fläche A findet sich in der Gleichung die Strahlungsdichte
\(I_S\)
, da die Strahlungsleistung der Sonne
üblicherweise in W/m² angegeben wird.
Dem IPCC Dokument "Climate Change 2021 - The Physical Science Basis"
Kapitel "2.2.1 Solar and Orbital Forcing" Seite 314 des PDF
(Seitennummer 297)
9
ist der Grafik zu entnehmen, dass
der Wert 1.361
\(W/m^2\)
wohl zur Zeit
ganz gut passt. Auf der Seite ist in der Grafik auch zu finden, dass das
IPCC glaubt, dieser Wert sei über die letzten 2.500 Jahre maximal um 0,5
Watt nach oben oder unten abgewichen. Letzteres halte ich für völlig
unglaubwürdig, aber das ist ja jetzt nicht das Thema.
Mit der solaren Irradiance, zu Deutsch "Strahlungsdichte"
\(I_S = 1.361 W/m^2\)
, der Albedo
\(\alpha = 0,3\)
und der Konstante
\(\sigma\)
können wir nun also die
Gleichgewichts-Temperatur
\(T_{\gamma}\)
der Erdoberfläche für
verschiedene Winkelabweichungen
\(\gamma\)
vom Azimut, Scheitelpunkt, der
Sonne ausrechnen.
Diese 90 Einzelberechnungen rechne ich hier natürlich nicht vor,
stattdessen soll ein kleines Python-Programm die Schritte und das
Ergebnis zeigen. Das Programm finden Sie in
Anhang A3
.
Berechnung der Tages-Erdtemperaturen in *C mit dem
Stefan-Boltzmann-Gesetz in 1° Schritten vom Azimut - Nach der Methode von Uli
Weber.
Das Ergebnis meiner Rechnung sieht dem von Uli Weber sehr ähnlich. Da
es nichts extra kostet, habe ich ausgewählte Ergebnisse als Zahlen
ausgeben lassen. Als Azimut sollte immer 0° und als Horizont 90° heraus
kommen, wenn die komplette Halbkugel abgedeckt ist.
Als Temperaturen wurden ermittelt:
Solar Irradiation: 1361Width in °: 1=================================Azimut: 0Horizon: 90T(0) in °C: 86.88380190803548T(60) in °C: 29.601133394632996T(90) in °C: -273.11815153609234
Anders als Uli Weber habe ich die Temperaturen auf den 1° Kreisen und
dem 0° Punkt ermittelt. Uli Weber hatte sich entschieden, 1° als
Flächenränder zu verwenden und die Temperatur für die Fläche ein halbes
Grad versetzt in der Flächenmitte zu ermitteln.
Das, was wir als Ergebnis auf der Grafik sehen, sagt uns, dass die
Erde als Ganzes nie die Gleichgewichts-Strahlungstemperatur hält. Teile
der Erde sind glücklicherweise stets kühler, als es hierfür erforderlich
wäre, während andere Teile, ebenfalls glücklicherweise, stets wärmer
sind. Dieses stete Ungleichgewicht ist es, was das Wetter und auf
längeren Zeitskalen auch das Klima antreibt.
Wir sehen also bereits jetzt, dass wir nicht das richtige Ergebnis
bekommen, auch wenn wir den richtigen Ansatz verwendet haben. Aber das
hatten wir vorher schon gewusst und besprochen. Es ist nur ein erster
Schritt mit dem richtigen Ansatz, weitere Schritte sind
erforderlich.
Wie die fehlenden Teile in diesem Ansatz berücksichtigt werden können
ist eine Frage für später, hier machen wir zunächst weiter mit der
...
Berechnung der Fläche der
Kugelzonen
In unserem ersten kleinen Beispiel hatten wir die
Durchschnittstemperatur von 5 Flächen ermittelt. Hierfür hatten wir die
jeweilige Temperatur mit ihrer Fläche multipliziert, die Produkte
aufaddiert und dann durch die Gesamtfläche geteilt.
Jetzt haben wir die Temperaturen auf epizentrischen Kreisen
ermittelt, und für die Ermittlung der Durchschnittstemperatur benötigen
wir die dazugehörigen Ringflächen auf der Erdkugel.
Uli Weber macht dies in seinem Artikel genauso, insofern hat seine
Vorgehensweise meine volle Zustimmung. Genau so muss das gerechnet
werden. Allerdings verrät er nicht die Formel für diese
Flächenberechnung, was mir jetzt natürlich unnötig Arbeit macht.
Vielleicht ist es irgendwo im Text versteckt in einem der vielen anderen
Artikel von ihm.
Wie berechnet man die Flächendifferenz zwischen zwei konzentrischen
Kreisen auf einer Kugeloberfläche? Dafür habe ich tatsächlich in die
Formelsammlung geschaut und dort eine Formel für die Flächenberechnung
einer Kugelkappe gefunden. Eine Ringfläche auf einer Kugel, eine
sogenannte Kugelzone, lässt sich als Differenz zweier Kugelkappen
berechnen. Die Herleitung der Formel finden Sie in
Anhang A4
Für die Berechnung benötigen wir den Radius der Erde. Die WikiPedia
gibt den mittleren Radius der Erde mit 6.371.000 Metern an
10
.
Damit können wir nun das Programm erweitern, um die Kugelzonenflächen
zu den ermittelten Gleichgewichtstemperaturen zu ermitteln und
darzustellen. Das Programm finden Sie in
Anhang A5
.
Berechnung der Flächengrößen gleicher Tages-Gleichgewichtstemperatur
für die Erde mit dem Stefan-Boltzmann-Gesetz in 1° Schritten vom Azimut - Nach
der Methode von Uli Weber. Die Angabe max und min an den Flächenanteilen
beziehen sich auf die Temperaturgrenzwerte der Rechnung.
Berechnung
der Durchschnittstemperatur der Erd-Tagseite
Nach der Methode von Uli Weber
Da ich die Temperaturen jeweils auf den begrenzenden Kreisen der
Fläche ermittelt habe, muss ich mich entscheiden, ob ich die Temperatur
des inneren Kreises oder des äußeren Kreises auf die Fläche anwende. Im
ersteren Fall erhalte ich eine höhere Durchschnittstemperatur als im
zweiteren Fall, die Methode hat also einen methodischen Fehler.
Wenn ich wissen will, wie hoch dieser methodische Fehler ist, dann
berechne ich die Durchschnittstemperatur nach beiden Methoden. Da ich
gerade an einem Rechner sitze, während ich dies schreibe, kostet das
Berechnen der beiden Grenzwerte praktisch keine extra Zeit, daher wäre
es sträflich, dies zu unterlassen.
Wie die nach Fläche gewichteten Temperaturen in die Berechnung
eingehen, haben wir uns ja bereits angesehen. Das Rechenverfahren ist
also klar.
Da ich bereits eine Schleife habe, nutze ich diese, um mir
Anzuschauen, wie sich die Durchschnittstemperatur bei der Hinzunahme
weiterer Flächen von innen nach außen seinem Endergebnis nähert.
Ein wahnsinniger Erkenntnisgewinn ist dadurch nicht zu erwarten, aber
es sieht schöner aus und vielleicht überrascht das Ergebnis ja doch.
Tatsächlich habe ich Dank der Darstellung einen Fehler in meiner
Implementierung gefunden, so dass ich einige Korrekturen in diesen Text
einpflegen musste. Ich mag es gar nicht, wenn mir Fehler in einer
Veröffentlichung passieren, darum bin ich froh, den geringen Mehraufwand
gemacht zu haben. Das Program finden Sie in
Anhang A6
Berechnung der Durchschnitts-Gleichgewichtstemperatur der
Erd-Tagseite nach der Methode von Uli Weber, berechnet vom Azimut bis 90° in 1°
Schritten.
Die Kurve zeigt, wie sich die ermittelten max- und min-
Durchschnittstemperaturen im Verlauf der Rechnung dem Ergebnis bei gamma = 90°
annähern.
Natürlich habe ich das Programm auch die abschließenden Werte für die
Maximal- und Minimal-Werte der durchschnittlichen
Tagesseiten-Gleichgewichtstemperatur ausgeben lassen.
Diese sind wie folgt:
Solar Irradiation: 1361Width in °: 1=================================Azimut: 0Horizon: 90T(0) in °C: 86.88380190803548T(60) in °C: 29.601133394632996T(90) in °C: -273.11815153609234t_av_min: 11.224777193693278t_av_max: 12.095772890287082
Wir bewegen uns hier im Rahmen von 11,2°C bis 12,1°C. Das ist
natürlich höher als -18°C, aber wir haben ja auch nur die Tag-Seite
betrachtet. Ich würde an dieser Stelle keine Wetten abgeben, wie das am
Ende ausgeht.
Da wir nun ein Programm haben, und 1° Winkel ja doch eine recht grobe
Einteilung sind, versuchen wir es doch einfach einmal mit einem Winkel
von 1/8°:
Solar Irradiation: 1361Width in °: 1/8=================================Azimut: 0.0Horizon: 90.0T(0) in °C: 86.88380190803548T(60) in °C: 29.601133394632996T(90) in °C: -273.11815153609234t_av_min: 14.457181803207353t_av_max: 14.560670082229763
Und plötzlich bewegen wir uns im Bereich von 14,46° bis 14,46°, also
gute 2°C mehr. Schaffen wir es gar über 20°, nur indem wir die Winkel
immer enger machen? Probieren wir es mit 1/64°.
Solar Irradiation: 1361Width in °: 1/64=================================Azimut: 0.0Horizon: 90.0T(0) in °C: 86.88380190803548T(60) in °C: 29.601133394632996T(90) in °C: -273.11815153609234t_av_min: 14.82730942418207t_av_max: 14.840169216806057
14,82° bis 14,84°, immerhin. Der methodische Fehlerbereich durch die
Verwendung der Ringkantentemperatur ist nur noch 0,02°C groß, aber beim
Verkleinern der Ringbreiten steigt die Durchschnittstemperatur weiter
an, allerdings nicht mehr um 2°, sondern nur noch um etwa 0,4°. Die 15°C
sind bei weiter verkleinerten Flächen vermutlich erreichbar.
Bilanz
Die Bandbreite von Durchschnittstemperaturen von 11,2°C bis 14,8°C
nur durch die Variation der Schrittweite veranschaulicht, wie Anfällig
eine Berechnung einer Durchschnittstemperatur der Erde für kleinste
Variationen ist.
Ich meine, die Kugel, für welche hier die Durchschnittstemperatur
berechnet wurde, ist per Definition der Aufgabenstellung im thermischen
Gleichgewicht.
Dies heißt: Die Temperatur dieser Kugel ändert sich nicht von
"Messung" zu "Messung". Und Messfehler gibt es bei dieser Berechnung
ebenfalls keine.
Dennoch zeigen die Ergebnisse Unterschiede von bis zu 3,6°C auf.
Wie sieht da wohl mit den weltweiten Messungen eines ganzen Jahren
aus, jede einzelne Messung mit einer ganzen Latte von Fehlerquellen? Wie
hoch wird wohl die Genauigkeit der offiziell ermittelten
Durchschnittstemperatur der Erde für ein Jahr sein, wenn wir hier
bereits ohne Messfehler 3,6°C mehr oder weniger ermitteln können, ganz
ohne Änderung der Berechnungsmethode alleine durch eine Änderung der
Flächengrößen?
Hmm. werden in den Klimarechnungen nicht auch immer größere Rechner
verwendet, um mit immer kleineren Atmosphärensäulen immer genauer zu
rechnen? Wird es vielleicht deshalb immer wärmer?
Auch bei der Ermittlung der sogenannten Durchschnittstemperatur auf
der Basis von Messwerten wird ein Flächengitter über die Erde gelegt,
und für Gitterflächen, für die keine Messwerte existieren, werden
Temperaturmesswerte trianguliert. Eine Erhöhung der Gitterdichte führt
theoretisch zu einer höheren Genauigkeit, wenn man außer Acht lässt,
dass sich die Auswirkung von Fehlertoleranzen bei den
Temperaturmessungen durch den erhöhten Triangulationsbedarf erhöht.
Unser Beispiel zeigt, dass eine Erhöhung der Gitterdichte auch zu
höheren Ergebnissen führen kann.
Wenn einmal wieder eine Rekord-Durchschnittstemperatur durch die
Medien geistert, dann denken Sie an die nicht mitgeteilten
Fehlertoleranzen und auch daran, dass Sie nicht wissen, ob sich seit dem
letzten Rekord methodisch etwas geändert hat, und sei es auch nur eine
Verkleinerung der Flächen, mit denen gerechnet wird.
Was halte ich nun von dem Ansatz von Uli Weber?
Der Rechenansatz von Uli Weber ist sehr gut begründet. Um aber eine
Aussage treffen zu können, wie warm denn die Erde nun ohne Treibhausgase
werden würde, sind weiter gehende Betrachtungen nötig. Die Erde muss
sich in der Berechnung drehen, womit zwangsläufig Stefan-Boltzmann und
deren Gleichgewichtsbedingung lokal verletzt werden wird, so dass andere
Werkzeuge zur Berechnung heran gezogen werden müssen.
Ein weiteres Problem, vielleicht aber auch die Lösung des Problems,
sind Wärmespeicher, oder auch Energiepuffer. Als Puffer wären das
Wasser, das Land, die Pflanzen, die Tiere, die Pilze, die Winde und,
seit neuestem und nur unwesentlich beteiligt, Solar-Anlagen und
Windkraftanlagen zu nennen. Aber auch Häuser und Asphalt dürfen hier als
Wärmespeicher nicht vergessen werden, tragen diese doch sehr stark zur
urbanen Erwärmung bei, da sie sehr schnell hohe Temperaturen erreichen
können und dann auch wieder sehr schnell abgeben.
Auf der Nachtseite der Erde werden diese Puffer angezapft, vor allem
das Wasser und das Land, so dass die Temperaturen der Atmosphäre nicht
gar zu weit absinken. Und vor allem das Wasser, das bei Abkühlung in der
Atmosphäre zu Wolken kondensiert, strahlt bei diesem Vorgang nicht nur
Infrarot ins All nach oben ab, sondern auch nach unten.
Da Wasser in der Rechnung bereits in der Form der Albedo implizit
auftauchte, kann auch die Temperatur-stabilisierende Wirkung des Wassers
in der weiteren Betrachtung einbezogen werden. Bei der Wärmeabgabe
während der Kondensation von Wasser handelt es
nicht
um
den sogenannten Treibhausgaseffekt.
Und da liegt im Grunde die Lösung. Wasser ist fast überall auf der
Erde, und Wasser ist nicht nur ein riesiger Energiespeicher, wir kennen
außerdem dessen Lade- und Entladekurve. Wird Energie in Wasser hinein
gesteckt, dann können wir sehr gut ausrechnen, welche Temperatur es nach
welcher Zeit erreicht. Wir kennen die Verdunstungsenergie und die
Energie, die es braucht um Eis zu schmelzen.
Im Grunde lässt sich jede Fläche als Energiespeicher auf der Basis
von Wasser modellieren. Sobald wir das dann in Rotation versetzen, denn
die Erde rotiert ja, wird es allerdings Knifflig, weil sich der Azimut
ja dann verschiebt und wir die Schnittmengen mit den vorherigen
konzentrischen Ringen dann jede für sich getrennt betrachten müssen. Und
mit jedem Stück, das wir die Erde weiter drehen, werden es ganz schnell
sehr viel mehr Schnittflächen.
Da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Hier braucht es entweder eine
gute Idee, oder viel Rechenleistung oder viel Zeit.
Ein anderer Aspekt ist die Funktion der Atmosphäre als
Wärmeisolation. Auch dies darf nicht mit dem Treibhauseffekt verwechselt
werden. Ein wärmeisolierter Körper, dessen isolation für die
Energiezufuhr transparent oder wenigstens teilweise transparent ist,
entwickelt von innen nach außen einen Temperaturgradienten, wie wir dies
auch in der Troposphäre sehen, und erreicht die Temperatur für das
Strahlungsgleichgewicht an der Außenseite, während die Innenseite wegen
des Temperaturgradienten wärmer werden muss. Es steht außer Frage, dass
auch eine Atmosphäre ohne Treibhausgase im Kontakt mit einem warmen
Boden sich erwärmen würde, und diese Wärme durch Konvektion nach Außen
bis zum Rand der Troposphäre transportieren würde. Um dies in das Modell
zu integrieren, benötigt man Labor-Kennlinien für ein
Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch entsprechend unserer Atmosphäre mit und
ohne Luftfeuchtigkeit, aber ohne weitere Treibhausgase.
Bis zu der Antwort darauf, wie warm die Erde ohne Treibhausgase
(außer Wasser) sein würde, ist also noch viel Arbeit erforderlich.
Am Ende zeigt die Rechnung bis zu diesem Punkt nicht zweifelsfrei, ob
\(CO_2\)
keine Rolle bei der Erreichung
der Erdtemperaturen spielt. Die Rechnung wirft diese Frage aber sehr
wohl mit neuer Vehemenz auf. Es ist bei den hohen
Strahlungsgleichgewichtstemperaturen der Tagesseite nicht so leicht
erkennbar, dass
\(CO_2\)
erforderlich
ist, um die Erde von -18°C auf +15°C zu bringen.
Wenn nun jemand die Stimme erhebt und einwirft, dass der dargestellte
Strahlungshaushalt ja nur die halbe Wahrheit ist, da die Nachtseite ja
komplett fehlt, dem muss ich entgegenhalten, dass dieser Ansatz
vermutlich nur 5% oder weniger der Wahrheit darstellt, weil die
Wärmespeicher in der Betrachtung fehlen.
Dennoch ist der Ansatz korrekt, während der Ansatz einer
Strahlungsbilanz basierend auf einer Durchschnittstemperatur
mathematisch nachweisbar falsch ist. Die Summe der Strahlung verschieden
warmer Flächen ist eben nicht gleich der Strahlung einer in Summe gleich
großen Fläche mit der Durchschnittstemperatur der Flächen.
Wie auch immer die Wahrheit in dieser Sache aussieht, die -18°
Durchschnittstemperatur der Erde ohne Treibhausgase beruhen auf einer
fehlerhaften Rechnung. Und die Ergebnisse fehlerhafter Rechnungen sind
erst einmal ebenfalls als falsch einzustufen, auch wenn die korrigierte
Rechnung rein zufällig das gleiche Ergebnis ergeben könnte.
Fehlerhafte Ergebnisse lassen sich an Fehlern in der Rechnung
erkennen, auch wenn die korrekten Ergebnisse nicht bekannt sind.
Das erste Beispiel zeigte, das verschiedenste
Durchschnittstemperaturen zur gleichen Wärmestrahlung führen können. Ok,
es zeigte dies nicht explizit, darum finden Sie es explizit in
Anhang A7
dargestellt.
Durchschnittstemperaturen sind also völlig ungeeignet für eine
Klimabetrachtung. Sie sind allenfalls dafür geeignet, eine Idee
einfacher zu vermitteln, aber wirklich gut kann diese Idee nicht sein,
wenn sie auf so schwachen Füße steht
Nun, offenbar steht die gesamte weltweite Klimadebatte auf schwachen
Füßen.
Macht es aber Sinn, den besseren Ansatz zur Modellierung der Erde und
ihrer Temperaturen weiter zu verfolgen, um ein eigenes Ergebnis vorlegen
zu können?
Wenn es gelingt, ein Modell aufzustellen, in dem die eingestrahlte
Energie genau so als Wärme verteilt wird, dass das
Strahlungsgleichgewicht eingehalten wird und die heutigen Temperaturen
ohne Treibhausgaseffekt erreicht werden, dann beweist leider nichts. Es
ist auch dann nur eine Modellrechnung von vielen.
Was bedeutet denn der Treibhauseffekt ganz real? Energie macht einen
Umweg, bevor sie wieder abgestrahlt wird. Ein effektiver Energiespeicher
ist Kohlendioxid nicht wirklich, absorbierte Energie wird praktisch
sofort wieder abgestrahlt.
Braucht es ein großes Modell um aufzuzeigen, dass die anderen
Sonnenenergiespeicher, wie das Wasser - flüssig, gasförmig und als
Wolken -, der Erdboden, die Pflanzen und die Tiere mit ihrer Kapazität
zur Energiespeicherung und des Energietransportes das Klimageschehen so
dramatisch dominieren, dass eine
\(CO_2\)
-Wärmerückstrahlung eine lächerliche
Nichtigkeit darstellt?
Natürlich ist es eine interessante Herausforderung, ein solches
Modell aufzustellen, und man kann sicher viel bei der Erstellung darüber
lernen, was man alles falsch machen kann. Aber das Modell wird nie die
Wirklichkeit abbilden und daher immer nur begrenzte Aussagekraft
besitzen.
Nun, die Klimamodelle, welche vom IPCC herangezogen werden, besitzen
ja gar keine Aussagekraft, wie wir nun ganz sicher wissen. Bereits die
Energiezufuhr zur Erde ist falsch modelliert, so dass der Rest auch
nicht zu retten ist.
Wirklich Aussagekräftig sind Baumstämme und Stümpfe, welche beim
Rückzug von Gletschern zu Tage kommen und uns klar sagen: "Ich wuchs
hier 200 Jahre lang während der römischen Warmzeit, da war es hier
mindestens 4°C wärmer (siehe heutige Baumgrenze)." Oder: "Ich wuchs hier
150 Jahre lang während der mittelalterlichen Warmzeit, da war es hier
mindestens 2°C wärmer (siehe heutige Baumgrenze)." Bei diesen Aussagen
sind die Fehlertoleranzen äußerst gering. Das sind Aussagen, die stehen
fest wie ein Baum... Äh. Wie ein Baumstumpf natürlich.
Das sind konkrete und relevante Aussagen für einen konkreten Ort, der
ein viel wärmeres Klima sah, ohne dass die Welt deswegen Unterging.
Ich erinnere mich an einen Artikel aus den frühen 2000er Jahren, der
von der Prognose berichtete, dass Menschen meines Geburtsjahres
durchschnittlich 104 Jahre alt werden würden.
Ich fragte mich unwillkürlich, welche Teile von mir früher, und
welche später sterben würden.
Wir wollen über die eingestrahlte Leistung der Sonne die Temperatur
ermitteln, und müssen die Formel daher umstellen. Weil es sich um die
eingestrahlte Leistung der Sonne handelt, nennen wir P fortan
\(P_S\)
\(T=\sqrt[\LARGE 4]{P_S \over{\sigma \times
A}}\)
Wir rechnen mit der üblicherweise angesetzten Albedo
\(\alpha\)
von 0,3.
Lebten wir auf der Scheibenwelt von Terry Pratchet, dann wären wir
damit fertig. Da wir aber auf einer Kugelwelt leben, geht es nun daran,
die Formel für die Betrachtung einzelner Kreisausschnitte der
bestrahlten Erdhalbkugel zu ermitteln.
Uli Weber wollte dies mit 1° Schritten machen. Der Ansatz ist
allerdings für jede Schrittweite gleich. In Abhängigkeit vom Winkel
verkleinert sich mit jedem weiteren Winkelgrad die scheinbare Breite der
bestrahlten Fläche aus der Sicht der Sonne, so dass sie, je schräger die
Strahlen auftreffen, um so weniger Energie pro Quadratmeter
absorbieren.
Dies in eine Formel abzubilden ist einfach, denn die jeweils
eingestrahlte Energie ist die eingestrahlte Energie im Azimut (also
Scheitelpunkt) mal den Kosinus des Winkels, um den der betrachtete Kreis
vom Azimut entfernt ist. Diesen Winkel benenne ich Klein-Gamma
\(\gamma\)
und füge
\(cos(\gamma)\)
als Faktor vor der Leistung
\(P_S\)
in die Formel ein.
Da die eingestrahlte Energie der Sonne sowieso bereits in Watt pro
Quadratmeter angegeben wird, also als Leistungsdichte, können wir diese
Leistungsdichte in die Gleichung als
\(I_S\)
(Irradiation), und zwar Anstelle
\(I_S = P_S / A\)
, einsetzen.
import matplotlib.pyplot as pltimport pandas as pdimport mathIs =1361# IPCC: 1361, also in discussion: 1367 # albedo, reflected fraction of the solar irradiationalpha =0.3# Stefan-Boltzmann-Constant in W/(m² K⁴)sigma =5.67*10**-8# 0 Celsius in KelvonKc =273.15# Ring-Width in °width =1# 5, 1, 1/64# Gamma Values, since we start at 0, I need alwys +1 to reach 90°g = [width*i for i inrange(math.floor(90/width +1))]# Temperature Valuest = []# Area Valuesa = []for gamma in g: # range(0, 90+width, width):# 4th root Tgamma = (((1- alpha) * math.cos(math.radians(gamma)) * Is) / sigma)**0.25# save Temperature in Celsius t.append(Tgamma - Kc)withratio = width.as_integer_ratio()if withratio[1] ==1: withratio = withratio[0]else: withratio =str(withratio[0]) +"/"+str(withratio[1])print("Solar Irradiation:", Is)print("Width in °: ", withratio)print("=================================")print("Azimut: ", g[0])print("Horizon: ", g[-1])print("T(0) in °C: ", t[0])print("T(60) in °C: ", t[math.floor(60/width)])print("T(90) in °C:", t[-1])T = pd.DataFrame({"γ": g, "T": t})ax = T.plot(x='γ', y='T', color='blue', kind="line")plt.grid()plt.show()
A4: Formel
zur Berechnung der Flächen der Kugelzonen
Wobei
\(\cos( \gamma )\)
die Strecke
angibt, um die der jeweilige Kreis von dem maximalen Umkreis entfernt
ist. mit
\(\gamma = 0°\)
ergibt sich
also die Fläche der Halbkugel. Um die Flächen einer Kugelzone
\(A_z\)
von 1° Breite zu erhalten, muss ich
also jeweils zwei Kugelkappen voneinander abziehen.
#!/usr/bin/env python3# -*- coding: utf-8 -*-"""Created on Tue Sep 5 01:46:58 2023@author: frank"""import matplotlib.pyplot as pltimport pandas as pdimport math# solar irradiance in W/m²Is =1361# Uli Weber: 1367 IPCC: 1361# albedo, reflected fraction of the solar irradiationalpha =0.3# Stefan-Boltzmann-Constant in W/(m² K⁴)sigma =5.67*10**-8# 0 Celsius in KelvonKc =273.15# earth radius in meterr_e =6371000# Ring-Width in °width =1# 1, 1/8, 1/64# Gamma Values, since we start at 0, I need alwys +1 to reach 90°g = [width*i for i inrange(math.floor(90/width +1))]# Temperature Valuest = []# Area ValuesA_max_t = []A_min_t = []A_max =0A_av_min =0A_av_max =0for gamma in g: # range(0, 90+width, width):# 4th root Tgamma = (((1- alpha) * math.cos(math.radians(gamma)) * Is) / sigma)**0.25# min and max referr to the late temperature assignment A_min = A_max A_max =2* math.pi * r_e**2* (math.cos(math.radians(gamma))- math.cos(math.radians(gamma+width)))# g.append(gamma)# save Temperature in Celsius t.append(Tgamma - Kc)# save areas A_max_t.append(A_max) A_min_t.append(A_min)widthratio = width.as_integer_ratio()if widthratio[1] ==1: widthratio = widthratio[0]else: widthratio =str(widthratio[0]) +"/"+str(widthratio[1])print("Solar Irradiation:", Is)print("Width in °: ", widthratio)print("=================================")print("Azimut: ", g[0])print("Horizon: ", g[-1])print("T(0) in °C: ", t[0])print("T(60) in °C: ", t[math.floor(60/width)])print("T(90) in °C:", t[-1])T = pd.DataFrame({"γ": g, "T": t, "Amax": A_max_t, "Amin": A_min_t})# figsize won't work for first plot without this empty plotplt.rcParams['figure.figsize'] = [9, 6]plt.show()ax = T.plot(x='γ', y='T', color='blue', kind="line")plt.rcParams['figure.figsize'] = [9, 6]plt.suptitle("Strahlungsgleichgewicht-Temperaturen der Tag-Seite", fontsize =14)plt.title("in "+str(widthratio)+"° Schritten vom Azimut", fontsize =12)plt.xlabel("Abstand vom Azimut in Winkelgraden", fontsize =12)plt.ylabel("Temperatur in °C", fontsize =12)plt.grid()plt.savefig("/home/frank/projects/idee/website/image/Figure-2023-09-05-014750.svg")plt.show()ax = T.plot(x='T', y=['Amax', 'Amin'], kind="line")plt.rcParams['figure.figsize'] = [9, 6]plt.suptitle("Flächen und Temperaturen der Kugelzonen", fontsize =14)plt.title("Berechnet in "+str(widthratio)+"° Schritten vom Azimut", fontsize =12)plt.xlabel("Temperatur in °C", fontsize =12)plt.ylabel("Fläche in m²", fontsize =12)plt.grid()plt.savefig("/home/frank/projects/idee/website/image/Figure-2023-09-05-A_t.svg")plt.show()
A6:
Berechnung der Durchschnittstemperatur der Erd-Tagseite
#!/usr/bin/env python3# -*- coding: utf-8 -*-"""Created on Tue Sep 5 01:46:58 2023@author: frank"""import matplotlib.pyplot as pltimport pandas as pdimport math# solar irradiance in W/m²Is =1361# Uli Weber: 1367 IPCC: 1361# albedo, reflected fraction of the solar irradiationalpha =0.3# Stefan-Boltzmann-Constant in W/(m² K⁴)sigma =5.67*10**-8# 0 Celsius in KelvonKc =273.15# earth radius in meterr_e =6371000# Ring-Width in °width =1# 1, 1/8, 1/64# Gamma Values, since we start at 0, I need alwys +1 to reach 90°g = [width*i for i inrange(math.floor(90/width +1))]# Temperature Valuest = []# Area ValuesA_max_t = []A_min_t = []# Average Equilibrium Temperature as calculated starting from azimutT_av_min = []T_av_max = []A_max =0A_av_min =0A_av_max =0for gamma in g: # range(0, 90+width, width):# 4th root Tgamma = (((1- alpha) * math.cos(math.radians(gamma)) * Is) / sigma)**0.25# min and max referr to the late temperature assignment A_min = A_max A_max =2* math.pi * r_e**2* (math.cos(math.radians(gamma))- math.cos(math.radians(gamma+width)))# g.append(gamma)# save Temperature in Celsius t.append(Tgamma - Kc)# save areas A_max_t.append(A_max) A_min_t.append(A_min)# calculate, how the average temperature changes with gamma# saves lines costs CPU t_av_min =0ifsum(A_min_t) >0: t_av_min =sum([a * b for a, b inzip(t, A_min_t)]) /sum(A_min_t) t_av_max =0ifsum(A_max_t) >0: t_av_max =sum([a * b for a, b inzip(t, A_max_t)]) /sum(A_max_t) T_av_min.append(t_av_min) T_av_max.append(t_av_max)widthratio = width.as_integer_ratio()if widthratio[1] ==1: widthratio = widthratio[0]else: widthratio =str(widthratio[0]) +"/"+str(widthratio[1])print("Solar Irradiation:", Is)print("Width in °: ", widthratio)print("=================================")print("Azimut: ", g[0])print("Horizon: ", g[-1])print("T(0) in °C: ", t[0])print("T(60) in °C: ", t[math.floor(60/width)])print("T(90) in °C:", t[-1])print("t_av_min: ", t_av_min)print("t_av_max: ", t_av_max)T = pd.DataFrame({"γ": g, "T": t, "Amax": A_max_t, "Amin": A_min_t,"T_av_min": T_av_min, "T_av_max": T_av_max})# figsize won't work for first plot without this empty plotplt.rcParams['figure.figsize'] = [9, 6]plt.show()ax = T.plot(x='γ', y='T', color='blue', kind="line")plt.rcParams['figure.figsize'] = [9, 6]plt.suptitle("Strahlungsgleichgewicht-Temperaturen der Tag-Seite", fontsize =14)plt.title("in "+str(widthratio)+"° Schritten vom Azimut", fontsize =12)plt.xlabel("Abstand vom Azimut in Winkelgraden", fontsize =12)plt.ylabel("Temperatur in °C", fontsize =12)plt.grid()plt.savefig("/home/frank/projects/idee/website/image/Figure-2023-09-05-014750.svg")plt.show()ax = T.plot(x='T', y=['Amax', 'Amin'], kind="line")plt.rcParams['figure.figsize'] = [9, 6]plt.suptitle("Flächen und Temperaturen der Kugelzonen", fontsize =14)plt.title("Berechnet in "+str(widthratio)+"° Schritten vom Azimut", fontsize =12)plt.xlabel("Temperatur in °C", fontsize =12)plt.ylabel("Fläche in m²", fontsize =12)plt.grid()plt.savefig("/home/frank/projects/idee/website/image/Figure-2023-09-05-A_t.svg")plt.show()ax = T.plot(x='γ', y=['T_av_max', 'T_av_min'], kind="line")plt.rcParams['figure.figsize'] = [9, 6]plt.suptitle("Annäherung der Durchschnittstemperatur an das Endergebnis", fontsize =14)plt.title("Berechnet in "+str(widthratio)+"° Schritten vom Azimut", fontsize =12)plt.xlabel("Abstand vom Azimut in Winkelgraden", fontsize =12)plt.ylabel("Durchschnittstemperatur in °C", fontsize =12)plt.grid()plt.savefig("/home/frank/projects/idee/website/image/Figure-2023-09-05-T_av.svg")plt.show()
A7:
Beispiel verschiedener Durchschnittstemperaturen gleicher
Wärmestrahlungsdichte
Das Eingangsbeispiel zeigte, dass wir mit unterschiedlichen
Durchschnittstemperaturen das gleiche Strahlungsgleichgewicht erreichen
können. Sie erinnern sich, dass wir die Gesamtstrahlungsleistung
\(P\)
als Summe der Teilstrahlungsleistungen
\(P_1\)
bis
\(P_5\)
der Einzelflächen ermittelt hatten?
In diesem Beispiel können wir die Temperaturen der Teilflächen immer neu
variieren bei immer gleicher Gesamtstrahlungsleistung und immer anderer
Durchschnittstemperatur.
Machen wir das Beispiel kleiner und variieren wir nur
\(P_1\)
und
\(P_2\)
. Die Summer der beiden Leistungen
soll gleich bleiben. Wir können ausrechnen, um wie viel °C wir die
Temperatur
\(T_2\)
erhöhen müssen, wenn
wir
\(T_1\)
von 20°C auf
\(T_1'\)
von 18°C absenken. Im Ergebnis
erhalten wir eine andere Durchschnittstemperatur.
Die Temperatur der Fläche 2 muss von -2°C auf +4°C steigen, wenn wir
die Temperatur der Fläche 1 um von 20°C auf 18°C absenken und dennoch
die gleiche Gesamtstrahlungsleistung haben wollen.
Die Durchschnittstemperatur hat sich geändert, wie sich leicht zeigen
lässt.